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Funktioniere ich nur noch?

Autorenbild: Daniela Seidel
Daniela Seidel
14. Sept.
3 Min. Lesezeit

Woran du merkst, dass dein Alltag mehr Kraft kostet, als du dir eingestehst – inklusive kostenlosem Selbsttest zu deiner aktuellen Belastung.


In meiner Ausbildung habe ich viele Romane und Erfahrungsberichte gelesen, in denen Menschen von psychischen Erkrankungen erzählen. Ich finde diese Bücher unglaublich wertvoll, weil sie Einblicke in Gefühls- und Erlebniswelten geben, die man aus der eigenen Perspektive vielleicht gar nicht kennt – oder in die man sich nur schwer hineinversetzen kann.


Ein Buch hat mich dabei besonders bewegt: „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein“ von Benjamin Maack.


Der Autor beschreibt darin sehr eindrücklich sein eigenes Erleben mit einer Depression – seine Gedanken, Gefühle und Heilungsprozess mit der Erkrankung.


Das Buch hat mich in den Bann gezogen, aber auch ziemlich wachgerüttelt. Es macht sehr deutlich, wie lange ein Mensch funktionieren kann, obwohl es ihm längst nicht mehr gut geht. Und wie leicht wir unsere eigene Belastung relativieren, solange irgendwie noch etwas geht.


Eine uneingeschränkte Leseempfehlung möchte ich trotzdem nicht aussprechen. Das Buch ist stellenweise sehr schwer auszuhalten. Und manchmal ist es vielleicht sogar ein kleiner Selbstschutz, sich nicht jede Form psychischen Leidens bis ins Detail vorstellen zu können.


Aber eine Sache ist bei mir hängen geblieben:


Wie schnell wir denken:

„Solange ich noch funktioniere, kann es nicht so schlimm sein.“


Und genau diesen Gedanken erlebe ich nicht nur im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen.


Mir sind in meinem Leben schon viele Menschen begegnet, die im Durchhalte-Modus waren.


Menschen, die sich gesagt haben:

„Ich muss nur noch diese Woche/Monat/Jahr schaffen.“

„Wenn dieses Projekt vorbei ist, wird es ruhiger.“

„Wenn die Kinder größer sind, habe ich wieder mehr Zeit.“

„Das regelt sich bestimmt irgendwann.“

"Es kann nicht ewig so weitergehen, irgendwann wird es bestimmt ruhiger."


Und manchmal stimmt das tatsächlich. Manche Belastungen verschwinden wieder.


Aber häufig passiert etwas anderes:

Bevor die eine Belastung wirklich weniger geworden ist, kommt bereits die nächste Herausforderung im Leben dazu.


Der Konflikt in der Beziehung ist noch nicht geklärt – gleichzeitig wird es im Beruf schwieriger.

Die Nächte sind seit Wochen schlecht – trotzdem laufen Arbeit, Familie und Termine unverändert weiter.

Zu der Sorge um einen Angehörigen kommt noch eine finanzielle Belastung.


Und irgendwo dazwischen versuchen wir weiterhin, freundlich, leistungsfähig, organisiert und möglichst ausgeglichen zu sein.


Wieviel Ballast und Verantwortung trägst du und ist alles noch in Balance?

Ich kenne diesen Anspruch an mich selbst

Auch ich war schon an einem Punkt, an dem ich dachte, ich müsste einfach alles schaffen. Nicht nur irgendwie. Sondern möglichst gut.

  • Verantwortung übernehmen.

  • Dinge zu Ende bringen.

  • Den Überblick behalten.

  • Für andere da sein.

  • Dabei möglichst fröhlich bleiben.

  • Und den ganzen Ballast am besten so tragen, dass niemand merkt, wie schwer er eigentlich geworden ist.


Ich hatte das Glück, in solchen Phasen Menschen um mich zu haben, die mir andere Perspektiven gezeigt haben. Gute Freunde, Gespräche, Coaching – und vielleicht auch ein Bauchgefühl, das irgendwann gesagt hat:

Schau da JETZT hin.


Bevor mein eigenes Kartenhaus wirklich ins Wanken geraten konnte, habe ich angefangen, mich selbst wieder stärker wahrzunehmen.

Ich habe Prioritäten anders gesetzt.


Und vor allem habe ich verstanden, dass auf meiner persönlichen Prioritätenliste mein Körper und meine eigenen Bedürfnisse nicht immer ganz unten stehen dürfen.


Das klingt rückblickend ziemlich selbstverständlich.

Im Alltag ist es das oft überhaupt nicht.


Denn gerade Menschen, die viel Verantwortung übernehmen, merken häufig erstaunlich spät, dass ihnen etwas zu viel geworden ist.


Vielleicht kennst du dieses Gefühl


Nach außen läuft eigentlich alles.

Du gehst arbeiten. Du kümmerst dich um deine Familie. Du organisierst den Alltag, hältst Termine ein und erledigst, was erledigt werden muss.


Aber irgendwann merkst du:

Es kostet mich immer mehr Kraft.


Du bist schneller gereizt.

Du schläfst schlechter.

Freie Tage nutzt du für deine Endlose "To-Do-Liste"

Dinge, auf die du dich früher gefreut hast, fühlen sich plötzlich wie eine weitere Aufgabe und Ansträngend an.


Und trotzdem denkst du:

„Ich bekomme doch noch alles hin.“


Genau hier möchte ich mit diesem Blog-Beitrag ansetzen.

Denn die entscheidende Frage ist nicht nur, ob du deinen Alltag noch schaffst.

Es lohnt sich auch zu fragen:

Wie viel Kraft kostet es dich inzwischen, ihn zu schaffen?

Genau das ist oft schwer einzuschätzen, wenn Durchhalten längst zum Alltag geworden ist.


Deshalb habe ich den Selbsttest „Funktioniere ich nur noch?“ entwickelt. 18 kurze Fragen helfen dir, deine aktuelle Belastung bewusster einzuordnen.


Kostenfrei, registrierungsfrei und anonym. Keine E-Mail-Adresse, kein Name – nur für dich und deine persönliche Einschätzung.


Am Ende bekommst du eine Einordnung mit passenden Impulsen von mir.



Der Selbsttest ersetzt keine psychologische, psychotherapeutische, psychiatrische oder ärztliche Diagnostik.




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