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Dein liebevolles Lebensupdate: Wenn Veränderung erst einmal ruckelt

  • Autorenbild: Daniela Seidel
    Daniela Seidel
  • 6. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Juli

Wenn dein Leben ruckelt, muss nicht alles falsch sein. Vielleicht sortiert sich gerade etwas neu. Ein liebevoller Impuls für mehr Leichtigkeit.


Wenn Kinder wachsen, wird es manchmal anstrengend


Hallo du Liebe,


wer kennt sie nicht, diese Phasen mit unseren Kindern, die uns ganz schön fordern?

Phasen, in denen sie nicht schlafen wollen. Oder nicht einschlafen können. Phasen, in denen scheinbar alles falsch ist. Das Brot ist falsch geschnitten, der Becher ist der falsche, die Socke stört, und plötzlich wird getobt, geweint oder geschimpft.


Von außen sieht es manchmal nach „Drama wegen nichts“ aus. Für dein Kind fühlt es sich in diesem Moment aber groß an. Echt. Überfordernd.


Und vielleicht denkst du dann:

„Was ist denn jetzt schon wieder los?“

„Warum ist gerade alles so anstrengend?“

„Müsste diese Phase nicht langsam vorbei sein?“


Sogar bei größeren Kindern kann es sich manchmal noch so anfühlen, als würde innerlich ein neuer Entwicklungsschub laufen. Als wäre da etwas, das sich neu sortiert.


Eine Freundin hat mir dafür einmal ein wunderschönes Bild geschenkt. Sie sagte über ihren kleinen Sohn:


„Er hat gerade ein richtig krasses neues Update bekommen. Es ist so schön zu sehen, was er jetzt alles kann.“


Was für eine liebevolle Perspektive.


Plötzlich geht es nicht mehr nur um Trotz, Schlafprobleme oder Anstrengung. Plötzlich sehen wir: Da entwickelt sich gerade etwas. Da öffnet sich eine neue innere Tür. Da kommt ein Kind mit einer neuen Fähigkeit, einer neuen Wahrnehmung oder einer neuen Autonomie in Kontakt.


Und ja, so ein inneres Software-Update kann ruckeln.


Wenn es im Leben knirscht, ist es vielleicht ein Update und was neues kann Entstehen.

Was wäre, wenn auch du gerade ein Update brauchst?


Wir sehen bei Kindern oft deutlicher, dass Entwicklung nicht immer ruhig verläuft. Wachstum kann unordentlich sein. Es kann laut sein. Es kann müde machen. Manchmal braucht ein Kind Nähe, Halt und Geduld, bevor es mit der neuen inneren Version umgehen kann.


Aber wann hast du dich selbst zuletzt so betrachtet?

Wann hast du dir erlaubt zu sagen:„Vielleicht stimmt gerade nicht alles mit mir. Vielleicht bin ich in einem inneren Update.“


Vielleicht merkst du, dass alte Strategien nicht mehr funktionieren. Dass du schneller gereizt bist. Dass du dich nach Ruhe sehnst, aber nicht abschalten kannst. Dass du dich nach Veränderung sehnst, aber gleichzeitig Angst davor hast.


Vielleicht spürst du, dass du nicht mehr so weitermachen möchtest wie bisher. Aber du weißt noch nicht, wie der neue Weg aussehen kann.


Genau hier kann die Akzeptanz- und Commitment-Therapie, kurz ACT, eine wertvolle Unterstützung sein. ACT hilft dir nicht dabei, ein perfekter Mensch zu werden. Sie hilft dir, bewusster mit deinen Gedanken, Gefühlen und inneren Mustern umzugehen. Und sie unterstützt dich dabei, wieder mehr nach deinen Werten zu handeln, statt nur auf Stress, Angst oder alte Erwartungen zu reagieren.


Warum wir Erwachsenen oft in der Komfortzone bleiben


Kinder lernen ständig. Sie fallen hin, stehen auf, probieren aus, fragen, entdecken, verändern sich. Sie sind neugierig auf das Leben, auch wenn sie dabei manchmal überfordert sind.


Wir Erwachsenen sind oft vorsichtiger geworden.


Wir bleiben lieber bei dem, was wir kennen. Selbst dann, wenn es uns nicht mehr guttut. Die Komfortzone fühlt sich sicher an, weil sie berechenbar ist.


Auch ungesunde Muster können vertraut wirken. Immer alles alleine schaffen. Sich anpassen. Funktionieren. Bedürfnisse runterschlucken. Konflikte vermeiden. Kontrolle behalten.


Das Problem ist: Sicher fühlt sich nicht immer lebendig an.


Manchmal verwechseln wir Gewohnheit mit Stabilität. Wir sagen uns:

„So bin ich eben.“

„Das war schon immer so.“

„Andere schaffen das doch auch.“

„Ich darf mich nicht so anstellen.“


In der Akzeptanz- und Commitment-Therapie würden wir solche Sätze nicht bekämpfen. Wir würden sie erst einmal bemerken. Denn Gedanken sind nicht automatisch Wahrheiten. Sie sind innere Angebote deines Verstandes.

Manche sind hilfreich. Andere halten dich klein.


Ein liebevolles Lebensupdate beginnt oft genau hier:

Du glaubst nicht mehr jedem Gedanken ungeprüft.


Psychologische Flexibilität


Ein zentrales Konzept der Akzeptanz- und Commitment-Therapie ist psychologische Flexibilität. Damit ist die Fähigkeit gemeint, mit schwierigen Gedanken und Gefühlen in Kontakt zu sein, ohne dich vollständig von ihnen steuern zu lassen.


Psychologische Flexibilität bedeutet zum Beispiel:

Du kannst Angst spüren und trotzdem einen wichtigen Schritt gehen.

Du kannst erschöpft sein und trotzdem freundlich mit dir sprechen.

Du kannst einen kritischen Gedanken bemerken, ohne ihm sofort zu gehorchen.

Du kannst unsicher sein und trotzdem nach deinen Werten handeln.


Das ist kein schneller Trick. Es ist eher eine innere Haltung.


Viele Menschen versuchen, unangenehme Gefühle loszuwerden, bevor sie ihr Leben verändern. Erst wenn die Angst weg ist, bewerbe ich mich. Erst wenn ich mich


Ich lade dich zu einer Frage ein:

Was wäre heute ein kleiner stimmiger Schritt, auch wenn Unsicherheit mit dabei ist?


Dein inneres Update erkennen


Ein Lebensupdate kündigt sich selten bequem an.

Es kommt oft nicht als klare Erkenntnis, sondern als Unruhe. Als Erschöpfung. Als wiederkehrender Gedanke. Als leises Gefühl von: „So passt es nicht mehr.“


Vielleicht erkennst du dein Update an diesen Zeichen:

Du reagierst stärker als früher auf Dinge, die du sonst weggedrückt hast.

Du spürst, dass bestimmte Beziehungen, Rollen oder Erwartungen enger werden.

Du hast weniger Kraft für Anpassung.

Du sehnst dich nach mehr Echtheit.

Du merkst, dass du deine eigenen Bedürfnisse kaum noch wahrnimmst.

Du fragst dich öfter, was eigentlich dein Weg ist.


Das bedeutet nicht automatisch, dass alles in deinem Leben falsch ist. Es kann bedeuten, dass ein Teil von dir wachsen möchte. Ein Teil, der lange still war. Ein Teil, der nicht mehr nur funktionieren will.


Eine kleine Übung für dein Lebensupdate


Nimm dir ein paar Minuten Zeit und schreibe diese Sätze für dich ganz intuitiv weiter:

Ich merke, dass ich müde bin von...

Ich sehne mich nach...

Ich halte noch fest an...

Ich möchte weniger...

Ich möchte mehr...

Ein kleiner nächster Schritt wäre...


Du musst dabei nichts schön formulieren. Es geht nicht um perfekte Antworten. Es geht darum, dir selbst wieder zuzuhören.


Vielleicht erkennst du dabei, dass du mehr Ruhe brauchst. Mehr Unterstützung. Mehr Grenzen. Mehr Mut. Mehr Verbindung. Oder einfach wieder einen liebevolleren Blick auf dich selbst.


Du musst nicht alles glauben, was dein Kopf erzählt


Gerade in Veränderungsphasen wird unser Kopf oft besonders laut.

Vielleicht sagt er:

„Du stellst dich an.“

„Andere schaffen das doch auch.“

„Das bringt sowieso nichts.“

„Du darfst jetzt nicht schwach sein.“

„Du musst erst alles im Griff haben.“


Aber Gedanken sind nicht automatisch Wahrheiten. Manchmal sind sie alte Schutzprogramme. Sie wollen dich vor Schmerz, Ablehnung oder Unsicherheit bewahren.


Nur leider halten sie dich dabei manchmal auch fest.

Ein kleiner innerer Abstand kann helfen.

Statt zu sagen: „Ich schaffe das nicht.“

Probiere einmal: „Ich bemerke gerade den Gedanken, dass ich das nicht schaffe.“


Der Gedanke ist dann nicht weg. Aber du bist nicht mehr komplett in ihm gefangen. Und genau dort entsteht ein kleiner Raum für etwas Neues.


Vielleicht bist du nicht falsch. Vielleicht wächst du gerade.


Wenn es gerade ruckelt, heißt das nicht automatisch, dass du versagst.


Vielleicht sortiert sich etwas in dir neu.

Vielleicht wächst du gerade aus alten Mustern heraus.

Vielleicht spürst du zum ersten Mal deutlicher, was du brauchst.

Vielleicht ist dein System müde vom Funktionieren.


Ein liebevolles Lebensupdate muss nicht groß beginnen.

Vielleicht beginnt es mit einer ehrlichen Frage. Mit einem tiefen Atemzug. Mit einem Nein, das längst überfällig war. Mit einem Ja zu dir. Mit dem Mut, dir Unterstützung zu holen.


Und vielleicht darfst du dir heute sagen:

Ich muss nicht perfekt sein, um wachsen zu dürfen.

Ich darf ruckeln.

Ich darf mich neu sortieren.

Ich darf leichter leben lernen.

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